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Ratgeber · Schanigarten

Schanigarten in Wien: Bewilligung, ganzjährige Saison und ein Restaurant-Tischplan für den Gehsteig

Vier Tische vor der Tür bringen einem Wiener Beisl im Sommer oft mehr Gäste als die halbe Gaststube. Dafür braucht es eine Bewilligung des Bezirksamts, eine Planskizze mit Maßen und seit 2023 die Bereitschaft, den Garten das ganze bewilligte Jahr über auch zu betreiben. Dieser Ratgeber geht den Weg von der Skizze bis zum ersten Gast durch.

Veröffentlicht am · Für Lokale in Wien. Ein praktischer Ratgeber, keine Rechtsberatung.

Was ein Schanigarten ist, und wer ihn bewilligt

Ein Schanigarten ist in der Sprache der Stadt Wien ein Gastgarten auf öffentlichem Grund vor einem Lokal: auf dem Gehsteig, in einer Fußgängerzone oder in der Parkspur. Weil dieser Grund der Stadt gehört, braucht der Garten eine Bewilligung des Magistratischen Bezirksamts, und auch jede Änderung seines äußeren Erscheinungsbilds muss bewilligt werden. Die Stadt nennt als Grundlagen das Gebrauchsabgabegesetz, § 76a der Gewerbeordnung, § 82 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung und die Novelle LGBl. Wien Nr. 36/2023.

Zuständig ist das Bezirksamt Ihres Bezirks: für den 1. und den 3. bis 8. Bezirk das Bezirksamt 1/8, für den 12. bis 17. das Bezirksamt 12, für den 2., 10., 11. und 23. das Bezirksamt 10 und für den 9. und den 18. bis 22. das Bezirksamt 21. Der Antrag lässt sich online stellen.

Der Antrag in fünf Schritten

  1. Messen, bevor Sie zeichnen

    Länge der Fassade, Breite des Gehsteigs, Lage von Bäumen, Masten, Einfahrten und Haltestellen. Entscheidend ist, wie viel Gehsteig neben dem Garten bleibt: die Planskizze muss diese Breite mit Maßen zeigen.

  2. Die Unterlagen zusammenstellen

    Name und Adresse der Betreiberin oder des Betreibers, eine maßstabsgetreue Planskizze in zweifacher Ausfertigung mit der genauen Lage, Bilder der Einrichtung, ebenfalls zweifach, und Fotos der Situation vor Ort.

  3. Beim Bezirksamt beantragen

    Online oder beim zuständigen Bezirksamt. Das Amt kann bei manchen Lagen, etwa in einer Fußgängerzone, die Abteilung Architektur und Stadtgestaltung um eine Begutachtung bitten.

  4. Die Gewerbeseite klären

    Neben der Bewilligung für den öffentlichen Grund braucht ein Gastgarten im Regelfall eine gewerberechtliche Grundlage. Für kleine Gärten genügt eine Anzeige; welche Bedingungen dafür gelten, steht im übernächsten Abschnitt.

  5. Erst nach der Bewilligung aufstellen

    Tische und Sessel dürfen erst stehen, wenn die Bewilligung rechtskräftig ist. Die erste gilt höchstens ein Jahr, jede Verlängerung höchstens sieben Jahre. Verlängerungen beantragen Sie am besten schon am Ende der vorigen Saison.

Ganzjährig, aber mit Betriebspflicht

Bis 2023 gab es in Wien getrennte Sommer- und Winterregeln. Seit dem 1. September 2023 kann ein Schanigarten für das ganze Jahr beantragt werden, unter leichteren Voraussetzungen; ein Sommerschanigarten darf in voller Größe über den Winter stehen bleiben, und die alte Pflicht zum Wegräumen im Winter gilt nicht mehr.

Die Kehrseite steht in der Mitteilung der Stadt vom September 2023: Im bewilligten Zeitraum muss der Garten grundsätzlich betriebsbereit sein. Als Lagerfläche darf er auch bei Kälte nicht dienen, und für das Verhalten der Gäste ist der Betreiber verantwortlich, bis hin dazu, die Nutzung an einem Tag einzuschränken oder einzustellen. Bei wiederholten Verstößen kann die Bewilligung für mindestens sechs Monate entzogen werden, und dafür genügen Übertretungen, die die Behörde festgestellt hat.

Für die Planung heißt das: Beantragen Sie den Zeitraum, in dem Sie den Garten tatsächlich betreiben wollen. Ein Garten, der von März bis Oktober voll besetzt ist und im Jänner als Abstellplatz für Stapelsessel dient, ist das Bild, das die neue Regel verhindern soll.

Was die Stadt bei der Gestaltung sehen will

Gestaltungsvorgaben der Stadt Wien für Schanigärten (Begutachtung der Abteilung Architektur und Stadtgestaltung)
ElementVorgabeWas das für den Plan heißt
PflanzenHöchstens 1,50 Meter hoch; einzelne Rankseile dürfen höher seinPflanztröge als Abgrenzung, nicht als Sichtschutz
AbgrenzungIn der Regel 1 Meter, höchstens 1,10 Meter; zur Fahrbahn und an den Stirnseiten geschlossen, mit tastbaren ElementenDie Stirnseiten zählen in den Maßen mit
SonnenschutzAm Gehsteig nur Schirme oder Markisen an der Fassade; Sonnensegel und Planen nur in der Parkspur, mindestens 2,50 Meter hochKein fixes Dach, kein seitlicher Sonnenschutz
PodestNur in der Parkspur, für einen ebenen ZugangAm Gehsteig stehen die Tische direkt auf dem Boden
Möbel und WerbungStabil, wetterfest, passend zum Lokal; Werbung nur kleinflächig für das eigene LokalKeine Werbetafel, keine Beach-Flag

Die Gewerbeseite: Anzeige statt Genehmigung

Ein Gastgarten ist eine Betriebsanlage. Nach dem Unternehmensserviceportal des Bundes braucht er keine eigene Betriebsanlagengenehmigung, sondern nur eine Anzeige vor der Öffnung, wenn er höchstens 75 Verabreichungsplätze hat, dort nur Speisen und Getränke verabreicht werden, lautes Sprechen, Singen und Musizieren untersagt sind und ein Hinweis darauf an den Zugängen dauerhaft sichtbar ist. Auf öffentlichem Grund gelten dafür Betriebszeiten von 8 bis 23 Uhr; eine Gemeinde kann sie durch Verordnung erweitern. Die Regel selbst steht in § 76a der Gewerbeordnung 1994; was darüber hinausgeht, etwa Musik im Garten, klären Sie vor der Saison mit der Gewerbebehörde.

Den Schanigarten in den Tischplan bringen

Die Planskizze für das Bezirksamt zeichnen Sie einmal mit Maßband und Maßstab. Dieselbe Anordnung übernehmen Sie dann in den Tischplan, mit dem Ihr Team am Abend arbeitet, damit der Empfang nicht mit einem Garten plant, den es so nicht gibt.

  • In Slotina ist der Schanigarten ein eigener Bereich mit eigenem Plan, neben Gaststube und Extrazimmer.
  • Tische legen Sie mit Form und Platzzahl an, Pflanztröge und Pflanzen als Einrichtung. Ein Plan, in dem Tische ineinander oder über die Fläche hinaus stehen, lässt sich nicht speichern.
  • Der Garten kann ein eigener Service sein, auf Daten begrenzt und an diesen Bereich gebunden. Eine Grenze für Laufkundschaft, etwa eine halbe Stunde vor dem Ende der Betriebszeit, lässt den Empfang warnen, bevor er noch eine Gruppe hinaussetzt.
  • Zieht ein Gewitter auf, sperren Sie den Bereich mit Grund; die Buchungsseite bietet ihn dann nicht mehr an, die Gaststube bleibt buchbar.
  • Gäste ohne Reservierung setzen Sie mit einem Tippen an den besten freien Tisch, und ist draußen alles voll, führt die Warteliste sie mit einer ehrlichen Wartezeit.

Den Antrag stellt Slotina nicht, und der Plan im System ist keine Planskizze für das Amt; er ist der Plan, nach dem Ihr Team am Abend platziert.

Benachrichtigen, wenn Slotina startet

Eine Liste für den Winter, damit der Garten im Frühjahr steht

  • Läuft die Bewilligung aus? Die Verlängerung am Ende der Saison einreichen; bei unverändertem Garten braucht sie keine Beilagen.
  • Ändert sich etwas am Erscheinungsbild, neue Schirme, andere Abgrenzung, mehr Tische, dann ist das eine eigene Bewilligung.
  • Den Zeitraum ehrlich wählen: Was bewilligt ist, muss betrieben werden.
  • Einen Betreiberwechsel binnen 12 Wochen schriftlich melden, dann geht die Bewilligung mit.
  • Den Gastgarten im Tischplan und in den Services so anlegen, wie er bewilligt ist, mit dem Ende der Betriebszeit als letzter Grenze.

Schanigarten in Wien: kurze Antworten

Wer bewilligt einen Schanigarten in Wien?

Das Magistratische Bezirksamt Ihres Bezirks. Die Bewilligung nach dem Gebrauchsabgabegesetz betrifft den öffentlichen Grund; gewerberechtlich genügt für kleine Gärten eine Anzeige.

Darf ein Schanigarten im Winter stehen bleiben?

Ja. Seit dem 1. September 2023 lassen sich Schanigärten ganzjährig beantragen, und Sommerschanigärten dürfen in voller Größe über den Winter stehen. Im bewilligten Zeitraum gilt dafür eine Betriebspflicht.

Wie lange gilt die Bewilligung?

Die erste höchstens ein Jahr, jede Verlängerung höchstens sieben Jahre. Die Stadt empfiehlt, die Verlängerung schon am Ende der vorigen Saison zu beantragen.

Was kostet ein Schanigarten?

Es fallen Gebühren und Abgaben für den Antrag an und die Gebrauchsabgabe, deren Höhe sich nach der Lage des Gartens richtet. Die aktuellen Beträge nennt die Stadt Wien auf ihren Seiten zum Antrag.

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