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Ratgeber · Abholung

Abholung ohne Lieferando: ein eigener Bestellweg für die Stammgäste Ihres Restaurants

Frau Weber bestellt jeden Freitag zwei Pizzen und holt sie um halb sieben ab. Sie wohnt drei Straßen weiter, kennt den Koch beim Namen und hat die Pizzeria nie über eine Plattform gefunden. Trotzdem bestellt sie dort, weil es so bequem ist – und von jeder ihrer Bestellungen geht eine Provision ab. Um solche Bestellungen geht es in diesem Ratgeber.

Veröffentlicht am · Ein praktischer Ratgeber, keine Steuerberatung.

Zwei Arten von Bestellungen auf derselben Abrechnung

Eine Lieferplattform wie Lieferando bringt zwei sehr unterschiedliche Bestellungen. Die einen kommen von Menschen, die Ihr Restaurant über die Plattform gefunden haben: neue Gäste, die Sie anders kaum erreicht hätten. Die anderen kommen von Stammgästen, die Sie längst kennen und die die Plattform nur benutzen, weil dort der Bestellknopf ist.

Für die erste Gruppe ist die Provision ein Preis für Reichweite, über den sich reden lässt. Für die zweite Gruppe ist sie ein Preis für einen Knopf. Wer einen eigenen Bestellweg anbietet, will nicht die Plattform ersetzen, sondern die zweite Gruppe zurück auf die eigene Seite holen.

Abholung und Lieferung sind zwei Geschäfte

Die Rechnung oben gilt für Bestellungen, die abgeholt werden. Wer selbst liefern will, braucht Fahrer, Fahrzeuge, Versicherung und Zeitfenster für die Strecke, und das ist ein eigenes Geschäft. Viele Restaurants fahren gut damit, die Lieferung bei einer Plattform zu lassen und die Abholung selbst zu machen.

Die Abholung hat einen Vorteil, den eine Lieferung nie hat: Der Gast kommt ins Haus. Er sieht die Tafel mit dem Tagesgericht, er riecht die Küche, und manche bleiben auf ein Getränk. Ein eigener Abholweg ist deshalb auch ein Weg, aus Bestellern wieder Gäste zu machen.

Was ein eigener Bestellweg können muss

  1. Eine Karte, die mit der Küche übereinstimmt

    Dieselben Gerichte, Größen und Extras wie im Gastraum, mit Preisen und Allergenen. Was ausverkauft ist, verschwindet auch online.

  2. Abholzeiten, die die Küche schafft

    Eine Vorlaufzeit, die zum Freitagabend passt, und eine Obergrenze pro Zeitfenster. Zwölf Pizzen um 18:30 Uhr sind ein Problem, zwölf über eine Stunde verteilt sind Umsatz.

  3. Ein Knopf für die Pause

    Sind Gastraum und Küche am Limit, halten Sie die Bestellseite mit einem Tipp an und öffnen sie wieder, sobald es ruhiger wird. Dafür braucht es einen Knopf, keinen Anruf beim Anbieter.

  4. Annehmen, ablehnen, Bescheid geben

    Das Team sieht jede neue Bestellung, nimmt sie an oder lehnt sie mit Grund ab, und markiert sie als abholbereit. Der Gast sieht den Stand auf einer Statusseite.

  5. Bezahlen, wie es passt

    Bezahlt wird bei der Abholung oder schon beim Bestellen mit Karte. Beim Bestellen bezahlte Abholungen bleiben selten liegen.

Wie die Stammgäste den neuen Weg finden

Die Plattform abrupt zu verlassen, kostet die neuen Gäste. Besser ist es, den eigenen Weg daneben aufzubauen und ihn so sichtbar zu machen, dass Stammgäste ihn von selbst wählen.

  • Eine Karte mit dem QR-Code der eigenen Bestellseite in jede Tüte, die über die Plattform hinausgeht.
  • Ein Aufkleber an der Tür und ein Aufsteller an der Theke, wo die Abholer warten.
  • Der Link zur Bestellseite auf der eigenen Website, ganz oben.
  • Ein Satz am Telefon: „Sie können auch direkt bei uns bestellen, hier ist der Link.“
  • Ein kleiner Grund zum Wechseln, etwa ein Getränk dazu bei der ersten eigenen Bestellung – kalkuliert aus der eingesparten Provision.

Küche, Verpackung, Steuer: drei Dinge, die mitwachsen

Die Küche. Abholbestellungen kommen oft genau dann, wenn auch der Gastraum voll ist. Legen Sie fest, wie viele Abholungen pro Viertelstunde neben dem Service gehen, und halten Sie sich daran, auch wenn es wehtut.

Die Verpackung. Wer Speisen in Einwegkunststoffverpackungen oder Getränke in Einwegbechern zum Mitnehmen abgibt, muss in Deutschland nach § 60 des Verpackungsrecht-Durchführungsgesetzes auch eine wiederverwendbare Verpackung anbieten, nicht teurer und nicht zu schlechteren Bedingungen. Was das im Einzelnen heißt und wann kleine Betriebe eine Erleichterung haben, steht im Ratgeber zur Mehrwegangebotspflicht.

Die Steuer. Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland für Speisen im Restaurant dauerhaft der ermäßigte Satz von 7 Prozent, Getränke bleiben bei 19 Prozent. Wie sich das auf Pauschalangebote und Preise auswirkt, erklärt der Ratgeber zur Mehrwertsteuer in der Gastronomie. Für Österreich und für Getränke zum Mitnehmen fragen Sie Ihre Steuerberatung.

Die ersten Wochen: woran Sie sehen, ob es funktioniert

Ein eigener Bestellweg zeigt seinen Wert nicht am ersten Freitag. Legen Sie deshalb vorher fest, welche Zahlen Sie nach vier und nach acht Wochen ansehen, und vergleichen Sie sie mit der Abrechnung der Plattform aus denselben Wochen.

  • Der Anteil der Abholbestellungen, die über die eigene Seite kommen, an allen Abholbestellungen der Woche.
  • Wie viele Gäste ein zweites und drittes Mal über die eigene Seite bestellen. Wiederholung ist das beste Zeichen, dass der Weg bequem genug ist.
  • Die Namen auf der Plattform-Abrechnung: Tauchen die Stammgäste dort seltener auf, hat der Wechsel funktioniert.
  • Abgelehnte Bestellungen und ihre Gründe. Häufen sich „Küche voll“ oder „ausverkauft“, passen Kontingent oder Karte nicht zum Abend.
  • Die Wartezeit an der Theke. Wer zur vereinbarten Zeit kommt und warten muss, bestellt beim nächsten Mal wieder über den bequemsten Weg.

Die Abholung über Slotina

Mit Slotina bekommt Ihr Restaurant eine eigene Seite, über die Gäste zum Abholen bestellen, für denselben Tag und innerhalb Ihrer Öffnungszeiten. Sie legen die Vorlaufzeit fest und wie viele Bestellungen ein Zeitfenster verträgt, und mit einem Knopf halten Sie die Seite an, wenn der Abend voll ist.

Jede neue Bestellung klingelt auf den Geräten des Teams. Ihr Team nimmt sie an oder lehnt sie mit Grund ab, und eine Abholübersicht zeigt, was abholbereit ist und was schon abgeholt wurde. Der Gast verfolgt den Stand auf einer Statusseite. Bezahlt wird bei der Abholung oder beim Bestellen mit Karte, auf Ihr eigenes Stripe-Konto. Auf Bestellungen über Ihre eigene Seite nimmt Slotina 0 % Provision; Slotina kostet einen festen Monatspreis pro Standort.

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Eigene Abholung statt Plattform: kurze Antworten

Soll ich Lieferando kündigen, wenn ich eine eigene Bestellseite habe?

Nicht sofort. Die Plattform bringt Ihnen auch neue Gäste. Bauen Sie den eigenen Weg daneben auf, holen Sie die Stammgäste zurück und entscheiden Sie nach einigen Monaten anhand Ihrer eigenen Zahlen.

Wie bringe ich Stammgäste dazu, direkt bei mir zu bestellen?

Machen Sie den Weg sichtbar: QR-Code in der Tüte, an der Tür und an der Theke, der Link auf der Website und ein Hinweis am Telefon. Ein kleiner Anreiz bei der ersten eigenen Bestellung hilft.

Kann ich über Slotina auch liefern?

Slotina ist für die Abholung gebaut. Fahrer, Liefergebiete und Lieferplattformen wie Lieferando, Wolt oder Uber Eats sind nicht angebunden.

Gilt die Mehrwegangebotspflicht auch für Abholbestellungen?

Wer Speisen in Einwegkunststoffverpackungen oder Getränke in Einwegbechern abgibt, die er selbst befüllt, muss in Deutschland auch eine wiederverwendbare Verpackung anbieten. Für kleine Betriebe gibt es eine Erleichterung nach § 61 VerpackDG.

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